Winter und heimaten in Neustadt

Zum zweiten Mal ging Common Voices Radio, das mehrsprachige Radio für Halle und Umgebung auf Radio Corax 95.9, im Rahmen des heimaten Festivals live auf Sendung. Diesmal berichtete die Redaktion vom Wintermarkt in der Neustädter Passage über das Programm von heimaten und die Vielfalt der Feste zur Winterzeit. Sie sprach nicht nur mit dem Orga-Team, Gäst*innen und Standbetreiber*innen des Wintermarktes, sondern auch mit dem heimaten-Co-Kurator Ibou Diop sowie mit Hamze Bytyçi, Vorstandsmitglied von RomaTrial e. V. und Teil des heimaten-Netzwerks. Jetzt ist die Sendung aus Halle-Neustadt online nachzuhören.

Wem gehört Deutschland? – Der heimaten-Podcast aus dem Haus der Kulturen der Welt

Der heimaten-Podcast Wem gehört Deutschland? wurde im Dezember 2025 mit seiner achten Episode abgeschlossen. Ab sofort ist komplett nachzuhören, wie Max Czollek unterschiedliche Perspektiven und Konzepte von Zugehörigkeit in einer pluralen Gesellschaft beleuchtet, und zwar im Gespräch mit seinen Gäst*innen Tahir Della, Ibou Diop, Naika Foroutan, Kelly Laubinger, Jean Peters, Sergej Prokopkin, Raphaëlle Red, Sasha Marianna Salzmann, Linus Westheuser und Anna Yeboah. Der Podcast begleitete die Gesprächsreihe Heimatisierung – Über Zugehörigkeit und Pluralität, die von März bis November 2025 im Haus der Kulturen der Welt stattfand. Er vertieft die dort diskutierten Themen, eröffnet neue Perspektiven und erkundet, wie sich eine Gesellschaft denken lässt, in der alle zuhause sein können und nicht nur manche.

Taste of Home – Le goût de chez soi – طعم الوطن

Im Rahmen des heimaten Festivals ging Common Voices Radio, das mehrsprachige Radio für Halle und Umgebung auf Radio Corax 95.9, live auf Sendung und wollte wissen: Was bedeutet Zuhause? Für viele ist ein Zuhause eng verbunden mit einem vertrauten Duft oder einem bestimmten Geschmack. Common Voices Radio verwandelte daher den öffentlichen Raum vor dem Stadtteilzentrum passage.13 in Halle-Neustadt in eine Küche unter freiem Himmel und in ein mobiles Radiostudio: zum gemeinsamen Schneiden, Kochen und Erzählen. Jetzt ist nachzuhören, wie die mehrsprachige Redaktion über das Leben in Neustadt und über das Projekt heimaten spricht, während auf dem Feuer leckere Gerichte köcheln.

heimaten Festival beginnt

Das heimaten Festival für die plurale Demokratie ist geprägt von der Überzeugung, dass Zugehörigkeit etwas ist, das aktiv und gemeinsam gestaltet wird. Das mehrwöchige dezentrale Festival wird getragen vom heimaten Netzwerk, einem Zusammenschluss von über dreißig Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Von September bis Dezember 2025 finden zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz statt. In Zeiten, in denen die Demokratie massiv herausgefordert ist, setzt das Festival ein Zeichen für eine plurale Wehrhaftigkeit – indem es unterstreicht, dass Vielheit nicht eine Bedrohung, sondern ein Reservoir für Stärke und Widerstandskraft ist.

Vergangenheit kennen, Gegenwart deuten, Zukunft gestalten – Teil 2

Wie umgehen mit dem aktuellen Rechtsruck? Das fragt das Hip-Hop-Kollektiv BSMG und reagiert mit einem dreiteiligen Programm aus Konzert, Workshop und Paneldiskussion gemeinsam mit zahlreichen Gästen auf aktuelle gesellschaftspolitische Verschiebungen. Zwischen musikalischem Widerstand, wehrhafter Haltung, diasporischem Wissenstransfer und praktischer Selbstorganisation schafft das Programm einen Erfahrungsraum für Schwarze, afrikanische und migrantische Communitys. Die Veranstaltungen richten sich explizit an Personen, die von gesellschaftlichen Ausschlüssen betroffen sind – und gleichzeitig an alle, die sich für eine gerechte, postnationale und antirassistische Zukunft interessieren.

Open Call heimaten x tuerspion

Das Magazin tuerspion ruft für seine Sonderausgabe im Rahmen des heimaten Festivals dazu auf, Beiträge in unterschiedlichsten Formaten einzusenden, solange sie gedruckt werden können: Gedichte, Kurzgeschichten, Essays, Fotos, Comics, QR-Codes zu Songs… Der Open Call richtet sich vor allem an in Niedersachsen lebende, von Antisemitismus und/oder Rassismus betroffene Personen und lädt ein zur Auseinandersetzung mit Fragen wie: Lässt sich der Begriff „Heimat“ reclaimen? Wird er im Plural besser? Kann Kultur eine Heimat sein? Einsendeschluss ist der 15. August 2025, mehr Informationen finden sich auf der tuerspion-Website.

Gesprächsreihe Heimatisierung im HKW

Das Ergebnis der Bundestagswahl im Februar 2025 und Entwicklungen in Nachbarländern sowie im globalen Kontext machen deutlich: Der Rechtsruck erfordert kluge Strategien des Widerstands und eine starke, handlungsfähige Zivilgesellschaft. Hier knüpft die Gesprächsreihe Heimatisierung. Über Zugehörigkeit und Pluralität an, die von März bis November 2025 im Haus der Kulturen der Welt (HKW) stattfindet. Sie stellt Perspektiven auf die plurale Demokratie ins Zentrum, beleuchtet historische und aktuelle Modelle von Teilhabe und zeigt, wie kulturelle Verflechtungen die Gesellschaft prägen.

Das heimaten Netzwerk

Aufgrund einer im September 2024 gestarteten Initiative des Haus der Kulturen der Welt, Berlin (HKW) haben sich zahlreiche Kulturinstitutionen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen zum heimaten Netzwerk zusammengeschlossen. Es bringt unterschiedliche Projekte und Partner*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, die ein Jahr nach der Gründung des Netzwerks gemeinsam das dezentrale heimaten Festival für die plurale Demokratie ausrichten, mit einem umfangreichen Programm von September bis Dezember 2025. Alle Informationen zu den Veranstaltungen des Festivals sind hier auf diesen Seiten zu finden.

heimaten – Das Konzept

„Alle Staatsgewalt geht laut Artikel 20, Absatz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom Volke aus. Über dieses Volk lassen sich einige Dinge sicher sagen: Nahezu 30 Prozent haben eine Migrationsgeschichte, und noch mehr werden eine Migrationszukunft haben. Menschen begehren unterschiedlich, haben unterschiedliche politische Meinungen, gehören unterschiedlichen Religionsgemeinschaften an, sind unterschiedlich alt, verfügen über unterschiedlich viel Einkommen und Eigentum.“ Das schreiben die Ko-Kuratoren des heimaten-Projekts, Max Czollek und Ibou Diop, in ihrem grundsätzlichen Konzept. Und weiter: „Wenn alle Staatsgewalt laut Grundgesetz vom Volke ausgeht, bedeutet das auch: Alle Staatsgewalt geht von der pluralen Gesellschaft aus. An dieser Realität setzt heimaten an, als ein Verb [...] und als ein Substantiv im Plural, weil Deutschland ein Ort der Pluralität ist, immer war und immer sein wird.“

ˈhaɪ̯maːtn̩ – Kuratorisches Statement von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung

Der Intendant und Chefkurator des Haus der Kulturen der Welt, Prof. Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, fokussiert in seinem kuratorischen Statement zum gesamten Projekt heimaten unter anderem auf die Unterscheidung der Begriffe und Konzepte von „Volk“ und „Bevölkerung“. Sie ist maßgeblich für den Prozess des Beheimatens und für das Verständnis dessen, was Deutschland war, ist oder sein will. Ndikung schreibt: „Dieses Projekt ist eine Möglichkeit, die Heimat zu verlernen, um stattdessen mit dem heimaten zu beginnen.“