Dynamic Memory Lab listening | re:member | re:act

Ausstellung

Organisiert von

Brunnenpassage

Wien

Österreich

Auf Deutsch. Die Informationen zur Ausstellung sind auf Englisch und in Einfacher Sprache verfügbar.
Free entry.

Erinnerungskultur ist in ganz Europa ein umkämpftes Feld. Das Dynamic Memory Lab listening | re:member | re:act zeigt Erinnerung als Praxis – lebendig, plural, veränderbar – und als etwas, in das eingegriffen wird. Im Mittelpunkt stehen Menschen und Initiativen, die inmitten gesellschaftlicher Krisen handlungsfähig bleiben: Sie erinnern, organisieren, widersprechen, verbinden, reparieren und schaffen Räume, in denen solidarische Formen des Zusammenlebens möglich werden. Ihre Arbeit ist Intervention und Reflexion zugleich – sie verändert, woran in Europa erinnert wird und wer dabei spricht.

Das transnationale Ausstellungsprojekt verbindet die Arbeit der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) in Berlin mit der Initiative Erinnern in Zukunft der Brunnenpassage in Wien. Das Dynamic Memory Lab ist ein innovatives Ausstellungsformat, das urbane Erfahrungen von Migration, Teilhabe und Zugehörigkeit verhandelt. Seine Grundlage ist eine politische Praxis des Zuhörens, die Erfahrungen in Beziehung setzt, Zugehörigkeit erweitert und gesellschaftlichen Wandel vorstellbar macht. 

Für die Ausstellung wurden Audio- und Videointerviews mit rund zwanzig zivilgesellschaftlichen Akteur*innen aus migrantisch-diasporischen, antirassistischen und künstlerischen Kontexten geführt. Die Anliegen aller Beteiligten werden zudem über je ein symbolisches Objekt oder Material visuell und haptisch erfahrbar. Die Stimmen, die hier zum Klingen kommen, und die Objekte, die sie begleiten, machen die Besucher*innen zu Beteiligten eines gesellschaftlichen Wandels – ohne sie zu vereinnahmen. Wer zuhört, wird nicht überzeugt, sondern in Beziehung gesetzt. 

Das Dynamic Memory Lab ist zugleich eine künstlerische Intervention am Wiener Praterstern: Dort, wo täglich Zehntausende umsteigen, aneinander vorbeigehen und weiterziehen, entsteht ein Ort des Bleibens. Aus dem Transitraum wird ein Resonanzraum.

Am 28. November 2026 eröffnet das Dynamic Memory Lab im Wiener FLUCC, im Zeichen des Jubiläums 60 Jahre Anwerbeabkommen mit dem ehemaligen Jugoslawien.

Mit Ausstellungsbeiträgen von: Austausch e. V. (Igor Mitchnik); Bildungsstätte Anne Frank (Furkan Yüksel, Samuel Stern); Decolonizing in Vienna (Carla Bobadilla); Dr. Amani Abuzahra; Erinnerungskonzept Kolonialismus – Berlin. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Kompetenzstelle Dekolonisierung (Dr. Ibou Diop); FALAFEL Humanity Shirt (Goldar Kat Ramani, Liad Shadmi, Nikolai Dobreff); Faris Cuchi Gezahegn; fluctoplasma Festival (Dan Thy Nguyen, Nina Reiprich); Keshet Deutschland e. V. (Hana Yael Tebelmann); Kleine Pause Podcast (Nicole Schweiß); MUME (Oscar Cueto); MUSMIG – Museum der Migration – Wien; Queer Museum Vienna (Thomas Trabitsch); Sinti Union Schleswig-Holstein (Kelly Laubinger); SOS-Balkanroute (Petar Rosandić aka Kid Pex); Sozialheld*innen e. V. (Anne Gersdorff); TEKIEZ – Raum des Erinnerns und der Solidarität (Ismet Tekin); the observatory (Frida Robles, observatore, Ujjwal Kanishka Utkarsh); Voice of Mendy (Ishraga Mustafa Hamid); Zuzana Ernst / Deep Listening

Dynamic Memory Lab ist ein Projekt der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) und wird von DialoguePerspectives. Discussing Religions and Worldviews e. V. realisiert. Die Umsetzung des Dynamic Memory Lab listening I re:member | re:act ist produziert in Zusammenarbeit mit der Initiative Erinnern in Zukunft der Brunnenpassage Wien.